Wie sich Beziehungsprobleme im Alltag zeigen
In einer Beziehung kann es schleichend schwieriger werden. Gespräche drehen sich im Kreis oder verstummen, kleine Kränkungen stauen sich auf. Manchmal ist es ein Vertrauensbruch, manchmal sind es Eifersucht und Misstrauen, manchmal gelingen Nähe, Intimität und Sexualität nicht mehr. Viele fragen sich dann, ob sie bleiben oder gehen sollen und finden keine Antwort, weil sich beides richtig anfühlt.
Kommt es zur Trennung, kann Ihnen das den Boden unter den Füßen wegziehen, auch dann, wenn sie sich angekündigt hat. Liebeskummer kann auch nach einer kurzen Beziehung tief gehen. Wer verlassen wurde, erlebt oft vieles zugleich: Schmerz, Wut, Kränkung und Zweifel an sich selbst. Auch wer selbst gegangen ist, trägt manchmal schwer, an Schuldgefühlen oder an der Trauer um das, was gut war. Wenn Kinder da sind, kommt die Aufgabe dazu, Eltern zu bleiben, während die Paarbeziehung endet.
Andere merken, dass sich in ihren Beziehungen etwas wiederholt: ähnliche Streitigkeiten, ähnliche Rollen, ein ähnliches Ende. Manchen macht gerade die Nähe Angst, nach der sie sich sehnen. Was oft Beziehungsangst genannt wird, sagt nichts darüber aus, ob Sie beziehungsfähig sind. In der Therapie gehen wir gemeinsam dem nach, was Sie zurückhält und was Sie sich wünschen. Auch der Wunsch nach einer Beziehung, die bisher nicht zustande kommt, hat hier Platz.
Ähnliche Muster zeigen sich manchmal auch in der Familie oder in Freundschaften. Das alles gilt unabhängig davon, wen Sie lieben und wie Sie Beziehung leben.
Wie ich damit arbeite
Was Sie erleben, nehme ich ernst. Bei mir steht im Mittelpunkt, was Sie fühlen und brauchen, nicht die Frage, wer schuld ist. Die andere Person ist in den Stunden nicht dabei. Wir sprechen über sie so, wie Sie sie erleben, ohne über sie zu urteilen.
Gefühle für einen nahen Menschen sind selten eindeutig. Wut und Zuneigung, Kränkung und Dankbarkeit dürfen nebeneinander stehen. Ich sage Ihnen nicht, ob Sie bleiben oder gehen sollen. Ich unterstütze Sie dabei, Ihre eigene Antwort zu finden und auch dabei, eine Zeit der Unentschiedenheit auszuhalten.
Was Sie in Beziehungen erleben, hängt manchmal mit dem zusammen, was gerade geschieht, manchmal mit Erfahrungen, die länger zurückliegen. Was davon für Sie wichtig ist, finden wir gemeinsam heraus. Manchmal tut es gut, den eigenen Anteil an einem Muster zu erkennen, ohne sich dafür zu verurteilen.
Wir arbeiten im Gespräch, mit Körperwahrnehmung, mit inneren Bildern und kleinen Experimenten. Manchmal hilft es, Worte auszusprechen, die im Alltag keinen Platz hatten, etwa indem Sie sich vorstellen, die andere Person säße Ihnen gegenüber; in der Gestalttherapie heißt das Arbeit mit dem leeren Stuhl. Das geschieht nur, wenn Sie es möchten und in Ihrem Tempo.
Die ersten Sitzungen
Im unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen. Sie erzählen, was Sie herführt, so ausführlich oder knapp, wie es Ihnen gerade möglich ist. Ich stelle Fragen, um Ihr Anliegen zu verstehen und beschreibe, wie ich arbeite. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen und eine Therapie beginnen möchten.
Vorbereiten müssen Sie sich dafür nicht. Sie müssen nicht wissen, wo Sie anfangen sollen und auch noch nicht, was Sie wollen.
In unseren Sitzungen frage ich nach, fasse zusammen und prüfe mit Ihnen, ob ich Sie richtig verstanden habe. Gemeinsam klären wir, was Sie jetzt brauchen: Halt in einer frischen Trennung, Raum zum Sortieren oder einen genaueren Blick auf das, was sich in Ihrer bestehenden Beziehung wiederholt. Manches lässt sich auch in der Stunde ausprobieren, etwa ein Nein auszusprechen oder einen Wunsch klar zu formulieren. Was sich dabei stimmig anfühlt, können Sie in Ihren Alltag mitnehmen.
Paartherapie biete ich selbst nicht an. Sie kann sehr hilfreich sein, wenn Sie beide gemeinsam an Ihrer Beziehung arbeiten möchten – dafür gebe ich Ihnen gern Empfehlungen.