Wie sich Angst im Alltag zeigt
Angst ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Sie ist ein Gefühl, das uns schützt und vorsichtig macht. Angst, anhaltende Ängstlichkeit und Panikattacken können aber auch sehr belastend sein. Die Fachsprache kennt dafür Begriffe wie Angststörung, Panikstörung, generalisierte Angststörung, soziale Phobie oder Agoraphobie. Ob einer davon auf Sie zutrifft, muss am Anfang nicht feststehen.
Manchmal ist es weniger eine bestimmte Situation, die belastet, als die Sorge, dass die Angst wiederkommt. Wer einmal im Supermarkt, in der U-Bahn oder in einer Besprechung eine Panikattacke erlebt hat, geht beim nächsten Mal häufig schon mit einem mulmigen Gefühl hin.
Der Angst auszuweichen ist verständlich und hilft im Moment. Mit der Zeit kann das Leben dabei enger werden: Wege, Termine und Begegnungen fallen weg, und was früher gutgetan hat, wird zur Belastung. Häufig kommen Erschöpfung, schlechter Schlaf oder gedrückte Stimmung dazu.
Nach außen wirken viele ruhig und gefasst. Sich nichts anmerken zu lassen, kostet dabei oft viel Kraft. Manche erzählen lange niemandem davon, aus Sorge, nicht ernst genommen oder für seltsam gehalten zu werden. Dazu kommen oft Vorwürfe gegen sich selbst: „Andere schaffen das doch auch.“
Wie ich damit arbeite
Was Sie erleben, nehme ich ernst. Am Anfang geht es darum, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Angst richtet den Blick auf das, was kommen könnte. In der Therapie kommen wir immer wieder zu dem zurück, was jetzt da ist: der Sessel, der Sie trägt, der Boden unter Ihren Füßen, Ihr Atem.
Wenn genug Halt da ist, schauen wir gemeinsam, was sich hinter der Angst verbirgt. Dabei kann Raum entstehen für neue Erfahrungen abseits der Angst.
Wie jedes Gefühl gehört auch die Angst zum Leben. Manchmal weist sie darauf hin, dass etwas ansteht: eine Entscheidung, ein Abschied, ein nächster Schritt. Manche Angst zeigt auch, dass Ihnen etwas wichtig ist. Hinter der Angst, unter Menschen zu gehen, steht oft der Wunsch nach Begegnung. Beides hat in der Therapie Platz: das Bedürfnis nach Sicherheit und die Sehnsucht nach mehr. Wir hören beiden Seiten zu und sehen, was jede braucht.
Auch dem, was Sie bisher meiden, können wir uns in kleinen Schritten nähern. Wie groß ein Schritt ist und wann er dran ist, entscheiden Sie.
Die ersten Sitzungen
Im unverbindlichen Erstgespräch erzählen Sie, was Sie herführt, so viel oder so wenig, wie Ihnen gerade möglich ist. Sie müssen Ihre Angst dafür nicht erklären können und nicht wissen, woher sie kommt. Aufregung vor dem ersten Termin kann dazugehören, auch das darf da sein. Im Anschluss an die Sitzung können Sie in Ruhe entscheiden, ob Sie eine Therapie beginnen möchten.
In den Stunden danach interessiert mich, seit wann die Angst da ist, wann sie stärker und wann sie schwächer wird und was Ihnen bisher geholfen hat. Ist sie gerade sehr stark, geht es zuerst um das, was Ihnen im Alltag Halt gibt.
Manchmal biete ich eine kleine Übung oder ein Experiment an. Sie können Nein sagen oder jederzeit abbrechen.