Wie sich Burnout, Stress und Erschöpfung im Alltag zeigen
Erschöpfung kommt selten über Nacht. Oft steht am Anfang Stress, der nicht mehr nachlässt. Über lange Zeit geht vieles gerade noch: die Arbeit, die Termine, die Verpflichtungen in Familie und Freundeskreis. Erholung wird verschoben, auf das Wochenende, auf den nächsten Urlaub. Nicht immer wird daraus ein Burnout; belastend ist es trotzdem. Und es ist nicht immer die Arbeit: Auch die Pflege von Angehörigen, kleine Kinder oder eine lange Zeit der Unsicherheit können erschöpfen.
Häufig meldet sich zuerst der Körper: mit Verspannungen, Kopfschmerzen oder unruhigem Schlaf, mit dem Aufwachen mitten in der Nacht, die Gedanken schon bei der Arbeit. Viele fühlen sich müde und zugleich wie unter Strom.
Nach außen wirken viele lange belastbar und zeigen anderen nicht, wie es innen aussieht. Manchmal weiß nicht einmal die Partnerin oder der Partner davon. Dazu kommen oft Vorwürfe gegen sich selbst, weil andere Arbeit, Familie und Freizeit scheinbar mühelos unter einen Hut bringen.
Burnout und Depression sind nicht dasselbe, können aber ineinander übergehen. Manchmal wird aus lang anhaltender Erschöpfung eine gedrückte Stimmung, in der kaum noch etwas Freude macht. Häufig sind auch Angst und Sorgen mit im Spiel; mehr dazu auf meiner Seite zu Angst und Panikattacken.
Wie ich damit arbeite
Was Sie erleben, nehme ich ernst. Bei mir müssen Sie nichts leisten und nichts richtig machen. Am Anfang darf es zuerst um Entlastung gehen.
Anspannung und Erholung gehören zusammen wie Einatmen und Ausatmen. Wenn das Ausatmen lange keinen Platz hatte, braucht es Zeit, diesen Rhythmus wiederzufinden. Achtsamkeit gehört deshalb zu meiner Arbeit: als aufmerksames Wahrnehmen dessen, was gerade da ist, im Körper, in Gedanken und im Gespräch mit mir. Es geht nicht darum, eine Technik einzuüben, sondern darum, sich selbst wieder besser zu spüren.
Viele Sätze, die uns antreiben, beginnen mit „Ich muss“ oder „Ich darf nicht“. Manche stammen aus dem, was gerade von Ihnen verlangt wird, manche aus Erfahrungen, die länger zurückliegen. Gemeinsam schauen wir, welche davon wirklich Ihre sind und welche Sie vielleicht hinterfragen oder leiser stellen möchten.
Manchmal stellt eine Erschöpfung auch größere Fragen: Was ist mir eigentlich wichtig? Wofür möchte ich meine Kraft einsetzen? Und was darf dafür weniger werden? Was kann Neues entstehen? Daneben überlegen wir, was Ihnen im Alltag guttut, etwa Bewegung oder Momente ohne Aufgabe.
Die ersten Sitzungen
Für das Erstgespräch müssen Sie nichts leisten. Sie erzählen, was Sie herführt, so viel wie gerade geht. Ob es ein Burnout ist, müssen Sie nicht wissen. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie eine Therapie beginnen möchten.
In den ersten Stunden schauen wir auf Ihren Alltag: was Ihnen Kraft gibt, was sie Ihnen nimmt und seit wann die Erschöpfung da ist. Wenn gerade alles zu viel ist, geht es zuerst um Entlastung.
Manche Übungen nehmen Sie in den Alltag mit, etwa um sich abzugrenzen oder bewusst eine Pause zu machen. Sie können Nein sagen oder jederzeit abbrechen.